Kassenreform: Unterschiedliche Versorgungs-Prioritäten verlangen dezentrale Entscheidungsstrukturen

Unterschiedliche Versorgungsprioritäten erfordern dezentrale Entscheidungsstrukturen bei den Krankenkassen. Einer möglichen Zentralisierung der Sozialversicherungen auf Kosten regionaler Versorgungs-Bedürfnisse erteile ich eine klare Absage. Auch in der Gesundheitsversorgung gilt: Besonderheiten der Regionen und Bundesländer müssen im Vordergrund stehen und weiterhin berücksichtigt werden. Ein Krankenkassen-Monolith, der für ganz Österreich bestimmt, welche Leistungen die Kassen bezahlen und welche nicht, wäre ein deutlicher Rückschritt gegenüber der jetzigen Situation.

Fragen der Kassenleistungen weiterhin auf Bundesländer-Ebene verhanden

Es gibt nun einmal in größeren Städten andere gesundheitspolitische Gegebenheiten und Versorgungs-Prioritäten als zum Beispiel in abgelegeneren ländlichen Regionen. Eine zentralistisch organisierte Kasse, die alles über einen Kamm schert, würde solchen Unterschieden nicht gerecht werden können. Wir brauchen schlanke und effiziente Kassen-Strukturen, die sicherstellen, dass das Versicherten-Geld auch dort ankommt, wo es gebraucht wird. Deshalb sollte gewährleistet sein, dass Fragen der Kassenleistungen auch weiterhin auf Bundesländer-Ebene mit den dortigen Krankenkassen verhandelt werden.

Orientierung am Bedarf der Bevölkerung, nicht am  ökonomischen Kalkül

Sichergestellt werden muss muss darüber hinaus, dass künftig grundsätzlich mehr Geld in das Gesundheitssystem fließt. Deutschland zum Beispiel gibt derzeit über elf Prozent vom BIP für Gesundheit aus, und damit deutlich mehr als Österreich. Unsere Gesellschaft wächst und wird älter, im Alter steigt der Betreuungsbedarf und moderne Therapien kosten Geld. Ein wohlhabendes Land wie Österreich muss sich daher eine Gesundheitsversorgung, die sich am Bedarf der Menschen und nicht an ökonomischen Berechnungen orientiert, leisten können.

Bitte keine Kassenreform bloß um der Reform willen

Schlankere Verwaltungsstrukturen und niedrigere Organisationskosten bei den Sozialversicherungen sind kein politisches Tabu. Aber bitte keine Veränderungen zu Lasten der Patienten und keine Reform bloß um der Reform willen.

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