Hohen Erwartungen an das Elektronische Kommunikation Service eKOS bisher nicht erfüllt. Einsatz derzeit nicht zu empfehlen.

Das Elektronische Kommunikation Service eKOS soll die elektronische Erfassung, Übermittlung und Bearbeitung von Überweisungen und Zuweisungen unterstützen und die derzeitigen Papierprozesse elektronisch abbilden. eKOS lief bisher in einem Pilot-Betrieb, der jetzt zu Ende geht, die Ausrollung soll Anfang April beginnen. eKOS ist vom Ansatz her ein sehr sinnvolles Produkt und kann uns viele Vorteile bringen, zum Beispiel administrative und zeitliche Entlastung. Solange jedoch eKOS administrativ, technisch und bezüglich Benutzerfreundlichkeit hinter den Erfordernissen der Anwender zurückbleibt, besteht dringender Sanierungsbedarf, der auch den ursprünglichen Zeitplan in Frage stellt.

Denn die hohen Erwartungen an eKOS konnten in der Pilotphase in einigen Punkten nicht erfüllt werden. Bevor die Schwachstellen, von denen uns anwendende Ärztinnen und Ärzte berichten, nicht behoben wurden, können wir den Einsatz von eKOS nicht empfehlen.

Beispiele für Kritikpunkte, die – je nach Bundesland etwas unterschiedlich – während der  Pilotphase evident wurden:

  • Es gebe keine konsequente Evaluierung der Pilotphase, aus der konkrete Schlüsse für Optimierungen bei der Ausrollung gezogen werden können.
  • Zum Beispiel berichtet eine als Teststelle fungierende radiologische Praxis in Wien, dass sie innerhalb des Pilotbetriebs kaum Zuweisungen erhalte – es fehlt an Testzuweisern innerhalb des Pilotprojekts.
  • In Testungen der Zuweisungen zu Röntgen-Therapie, Röntgen-Untersuchungen und Sonographie der geplanten Leistungserweiterung in eKOS ab Juli 2019 zeigte sich, dass ärztliche Zuweisungen an Röntgeninstitute von mehr als einer Leistung – zum Beispiel eine Sonografie gemeinsam mit einer Röntgenuntersuchung – nicht in einem Durchgang möglich seien.
  • Weiters stellte sich heraus, dass kein Pflichtenheft mit genauen Anleitungen für die Programmierung erarbeitet wurde, wodurch während der Pilotphase immer wieder aufwändige Adaptierungen und Abstimmungen zwischen den involvierten Stellen erforderlich wurden. Außerdem müsse die Möglichkeit von Verbesserungen und eines inhaltlichen Updates auch nach dem Rollout festgeschrieben sein, was derzeit nicht der Fall sei.

Somit ist der ursprüngliche Zeitplan, der ein Rollout ab Anfang April vorsieht, nicht realistisch. Angesichts dieser vielen zu behebenden Details, Unklarheiten und offenen Punkte können wir derzeit den Kolleginnen und Kollegen nicht empfehlen, eKOS anzuwenden, weil ein friktionsfreier Einsatz nicht möglich erscheint. Sobald substantielle Verbesserungen bzw. Sanierungen erfolgt sind, werden wir darüber informieren.

 

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