Österreich braucht mehr ärztliche Hausapotheken

Gerade die Coronazeit zeigt, dass ein Dispensierrecht für Ärzte unerlässlich ist. Mehr Hausapotheken können in einer künftigen Pandemiezeit, etwa bei einer möglichen zweiten COVID-19-Welle, maßgeblich zu einer niedrigeren Infektionskurve beitragen. Über 90 Prozent der niedergelassenen Kassenärztinnen und Kassenärzte haben ihre Ordinationen in den vergangenen Wochen trotz der grassierenden COVID-19-Pandemie offengehalten. Im Sinne größerer Patientensicherheit wäre es optimal, wenn Patientinnen und Patienten künftig ihre Medikamente gleich beim Arzt bekommen und sich den Weg in die Apotheke sparen könnten.

Ich fordere deshalb ein Dispensierrecht für Ärztinnen und Ärzte.

Durch diese Maßnahme kann man die Versorgung wesentlich verbessern, besonders dadurch, dass Ärztinnen und Ärzte in den Ordinationen 24 Stunden zu erreichen sind – auch außerhalb der Geschäftszeiten der gerade offenen Apotheken. Damit kann auch vermieden werden, dass kranke Patientinnen und Patienten weite Wege in Kauf nehmen müssen, um ein Medikament zu bekommen. Gebrechliche Patienten müssen aktuell oft sogar ein Taxi bitten, die Medikamente zu besorgen.

Das Dispensierrecht für Ärzte ist dringend notwendig, um die Versorgung der Bevölkerung zukunftssicher zu machen.

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Positiver ÖGK-Vorstoß zum Ausbau des Psychotherapieangebots

Die Ärztekammer begrüßt ausdrücklich den Vorstoß der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), das Psychotherapieangebot in Österreich zukünftig auszubauen. Damit würde eine langjährige Forderung der Ärztekammer erfüllt.

Der stellvertretende ÖGK-Obmanns Andreas Huss hat kürzlich angekündigt, dass die ÖGK in nächster Zeit 20.000 zusätzliche Plätze für Psychotherapie auf Kassenkosten in Österreich schaffen wolle. Gerade in Zeiten einer Pandemie, in der viele Menschen von großer Unsicherheit und Ängsten begleitet werden, ist es enorm wichtig, psychotherapeutische Angebote zu verstärken und den Menschen diese im Rahmen der sozialen Krankenversicherung auch niederschwellig zu ermöglichen.

Enttäuschend finde ich allerdings den Umstand, dass Herr Huss mit keinem Wort auf den ebenfalls notwendigen Ausbau von Kassenplanstellen für Fachärztinnen und -ärzte für Psychiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie eingegangen ist. Im Invertragnahmeausschuss der Ärztekammer für Wien haben wir beispielsweise fünf zusätzliche Kassenplanstellen für Kinder- und Jugendpsychiater gefordert. Doch der ÖGK ist dieses Ansinnen im Sinne einer ausreichenden kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung in Wien nicht einmal eine Antwort wert gewesen.

Für eine breitere psychotherapeutische Versorgung essenziell ist auch die Möglichkeit der Rückerstattung seitens der Sozialversicherung von Gesprächsleistungen von Allgemeinmedizinern, die das PSY III-Diplom erworben haben. Gerade der Hausarzt hat eine besondere Bedeutung, wenn es um die niederschwellige Versorgung bei psychischen Problemen geht. Er kennt meist sehr gut das soziale Umfeld seiner Patienten und deren Familien.

Hier ist die soziale Krankenversicherung ebenfalls gefordert, Anstrengungen zu unternehmen, diese Expertise auch im Honorarkatalog abzubilden. Denn nur so kann gewährleistet werden, psychische Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, zu behandeln und gegebenenfalls einer weiteren fachärztlichen beziehungsweise psychotherapeutischen Versorgung zuzuführen.

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Corona-Krise: Ausgleichs-Zahlungen auch für Ärztinnen und Ärzte

Heute in den Räumlichkeiten der APA eine virtuelle Pressekonferenz mit Präsident Thomas Szekeres, Vizepräsident Wolfgang Weismüller und mir zum Thema Corona-Zwischenbilanz in Wien. Ich hebe die beeindruckenden Leistungen und den enormen Einsatz niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Allgemeinen und der MitarbeiterInnen des Ärztefunkdienstes im Besonderen während der Krise hervor. Es darf nicht sein, dass diese Kolleginnen und Kollegen dafür büßen dürfen, dass sie unter persönlichem gesundheitlichem und wirtschaftlichem Risiko ihre Ordinationen offenhalten mussten, am Ende des Tages dann aber dafür sogar zahlen müssen, weil sie weniger Einnahmen hatten und zum Teil auf ihr privates Vermögen zurückgreifen mussten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Im Unterschied zu anderen Branchen mussten Vertragsärzte ihre Ordinationen offenhalten, hatten aber zum Teil um bis zu 90 Prozent weniger Patientenaufkommen, weil die Patientinnen und Patienten aus Präventionsgründen Ordinationen nur in Notfällen aufsuchten und die Tarifmodelle der Sozialversicherung nicht auf Telemedizin ausgerichtet sind.

Weniger Patientinnen und Patienten bedeuteten einen Umsatzrückgang um bis zu 90 Prozent, das aber bei gleichbleibenden laufenden Kosten. Hier fordern wir von der Politik, dass letztendlich die Republik ausgleichend eingreifen muss, sofern die Sozialversicherungen das nicht machen können. Denn alle erhalten Zuschüsse in Millionenhöhe, für alle gibt es Pakete: für die Gastronomie, für den Handel, die Friseure, die persönlichen Dienstleister. Das ist gut so, es muss aber auch für Ärztinnen und Ärzte gelten.

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ÖGK droht an Versorgungssicherung zu scheitern

Dass die Coronakrise die strukturellen Schwächen der Österreichischen Gesundheitskasse rigoros offen gelegt hat, zeigen auch die jüngsten Medienberichte um die wirtschaftliche Situation des Ergebnisses der „größten Reform der Zweiten Republik“ ((c) Bundeskanzler Kurz). Nun allerdings droht die ÖGK an ihrer Hauptaufgabe zu scheitern, der Versorgungssicherung. Denn eines ist zweifelsfrei: Den Ärztinnen und Ärzten 80 Prozent der Vorjahreseinnahmen als rückzahlbares Darlehen zu acontieren, wird nicht ausreichen, um sicherzustellen, dass die niedergelassene Infrastruktur auch bei einer möglichen zweiten Periode oder Welle von Coronavirus-Infektionen ihre Versorgungsleistung aufrechterhalten kann.

Kassenärztinnen und -ärzte haben während der Krise zu über 90 Prozent ihre Ordinationen  offengehalten, um die wohnortnahe Versorgung in Notfällen zu garantieren und damit die dringend notwendige Entlastung der Spitäler/Intensivstationen zu ermöglichen. Und das trotz Gefährdung ihrer persönlichen Gesundheit, und nicht zuletzt verschärft durch den kassenseitig verstärkten Mangel an Schutzausrüstung.

Wie ÖGK-Vizeobmann Andreas Huss völlig zu Recht festgestellt hat, sind die Patientenkontakte während der Krise, bedingt durch die Pandemievorschriften, teilweise auf ein Minimum gesunken. Somit standen – anders als in anderen Branchen bzw. Wirtschsftsbetrieben – den weiter laufenden Kosten der Arztpraxen rapide schwindende Umsätze gegenüber. Das bedeutet für viele Ärztinnen und Ärzte eine zum Teil  existenzbedrohende Situation.

Schließlich darf man auch den Stelelnwert der niedergelassenen Ärzte als Arbeitgeber nicht übersehen – der niedergelassenen Bereich sichert  mehr als 25.000 Arbeitsplätze. Dieser gesamte Bereich – also nicht nur herkömmliche Wirtschaftsbetriebe, sondern auch Arztpraxen – muss wirtschaftlich aufgefangen werden. Ohne Geld in die Hand zu nehmen, wird das nicht funktionieren.

Auch wenn der bestehende Leistungskatalog den bewundernswerten Einsatz der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte nicht angemessen abbilden kann, muss deren Leistung ohne Wenn und Aber honoriert werden.

Wenn hier nichts wirksames unternommen wird und/oder sich die Situation weiter verschärft, werden es sich viele niedergelassene Ärztinnen und Ärzte nicht länger leisten können, ihre Mitarbeiter und den Betrieb weiter zu finanzieren. Die Regierung und die Gesundheitskasse werden hier die erforderlichen Schritte setzen müssen, um die kassenärztliche Versorgung der Zukunft zu sichern.

Dachverbandschef Peter Lehner hat erst vor einigen Tagen öffentlich „volle Unterstützung“ für die Ärzte bei ihrer Forderung nach vollem Verlustausgleich zugesagt. Wir gehen davon aus, dass das auch die Stoßrichtung der Österreichischen Gesundheitskasse sein wird.

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Zum 1. Mai: Mein herzlicher Dank an ÄrztInnen und ihre Teams

Sehr geehrte Frau Kollegin,

Sehr geehrter Herr Kollege,

ich darf den 1. Mai zum Anlass nehmen, um Ihnen und Ihrem Team ganz besonders herzlich für Ihr Engagement und ihre Arbeit in den vergangenen Wochen zu danken. Sie und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen Ihren Patientinnen und Patienten in einer ungemein schwierigen Situation zur Verfügung, die gleichzeitig von hohen gesundheitlichen und hohen wirtschaftlichen Risiken gekennzeichnet war.

Als niedergelassene Ärztinnen und Ärzte befanden und befinden Sie sich in der Corona Krise in einer sehr besonderen Situation, die sich grundsätzlich von der Lage anderer Berufe und Branchen unterscheidet: als Ärzte mussten sehr viele von uns unsere Ordinationen geöffnet halten, um für unsere Patienten da zu sein. Und gleichzeitig erging der Auftrag an die Bevölkerung, möglichst nur in Akutfällen eine Arztpraxis aufzusuchen. Das bedeutet für uns Ärzte finanzielle Aufwendungen für das Aufrechterhalten der Infrastruktur unserer Ordination, bei gleichzeitig enorm verringerten Umsätzen.

Wir fordern deshalb von der Politik, diese Besonderheit auch in angemessener Art und Weise zu berücksichtigen. Wir setzen uns dafür ein, dass es neben einer adäquaten Entschädigung der Wahlärztinnen und Wahlärzte eine Honorargarantie für Kassenärzte in der Dimension des Vorjahresumsatzes gibt. Nicht nur die Wirtschaft, auch die Ärzteschaft muss aufgefangen werden. Zum einen in Berücksichtigung der enormen Leistungen, die von uns niedergelassenen Ärzten unter schwierigen und risikoreichen Bedingungen erbracht wurden und werden. Und zum anderen, um die niedergelassene ärztliche Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen.

Ich danke Ihnen anlässlich des „Tages der Arbeit“ noch einmal dafür, dass Sie und Ihre Teams diese Leistungen erbracht haben, und wünsche Ihnen und ihren Nächsten ein schönes und erholsames verlängertes Wochenende. Sie haben es sich wahrlich verdient.

Ihr Johannes Steinhart

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ÖGK hat in der Corona-Krise bisher völlig versagt

Auf die aktuelle Pressesussendung der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) über ihre Leistungen während der Corona-Krise kann man eigentlich nur mit Verwunderung reagieren. Dass die ÖGK ihren Vertragspartnern ausreichend Liquidität zusichert, ist für mich eine Null-Meldung, weil Acontierungsregeln der Honorare seit Jahrzehnten vereinbart sind, denn die Kassen brauchen monatelang zum Abrechnen. Sonst hat die ÖGK während der Krise aber leider nichts geliefert und es fehlt jegliche erkennbare Bereitschaft, die Ärzteschaft für die Verluste zu entschädigen.

Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte wurden von der Kasse völlig im Stich gelassen. Bei der Versorgung der Ordinationen mit ausreichend Schutzausrüstung hat die ÖGK viel zu wenig organisiert. Die Ärztekammern haben gemeinsam mit den Bundesländern und privaten Spendern dafür gesorgt, dass die Ordinationen auch in der Krisenzeit offengehalten werden konnten. Und das bei einem um bis zu 90 Prozent geringeren Patientenaufkommen, was zu existenzbedrohenden Umsatzeinbrüchen bei vielen Kassenärztinnen und -ärzten geführt hat. Da erwarte ich konkrete Aussagen der ÖGK zu Ausgleichszahlungen an die betroffenen Ärztinnen und Ärzte, die während der Krise ihre Ordinationen geöffnet hielten und auch das Ordinationspersonal weiter beschäftigten – und nicht leere Worthülsen.

Klare Worte und Unterstützung gefordert

Besonders bedauerlich ist es, wenn die ÖGK nicht einmal bereit ist, öffentlich die Forderung der Vertragsärzteschaft, die ihnen seit Wochen bekannt ist, gegenüber der Bundesregierung zu unterstützen – hier würden wir uns klare Worte und Unterstützung der Vertragspartner wünschen. Ordinationen können nicht mit anderen Berufsgruppen in einen Topf geworfen werden, weil wir nicht zusperren konnten. Über 90 Prozent der Kassenärztinnen und -ärzte hatten geöffnet und haben mit hohem persönlichen Einsatz die niedergelassene Gesundheitsversorgung aufrechterhalten.

Dass sich die Kasse jetzt die Möglichkeit von telemedizinischen Leistungen durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte auf ihre Fahnen schreibt, ist schlechterdings lächerlich, denn das, was wir haben, ist für die Pandemie viel zu wenig, und bis jetzt hat sich die ÖGK geweigert, sinnvolle neue telemedizinische Leistungen und ein umfangreiches Tarifmodell für Telemedizin zu schaffen.

Das elektronische Rezept funktioniert wirklich gut. Aber wir hören von der Sozialversicherung, dass man das wieder abschaffen und durch ein bürokratisches und teures E-Rezept ersetzen will. Dafür fehlt in der Ärzteschaft jegliches Verständnis; sinnvoller wäre es, das inzwischen bei Ärzten und Patienten funktionierende System weiterzuentwickeln.

Lange Liste der Versäumnisse

Dazu gibt es für die ÖGK noch eine Menge offener Punkte abzuarbeiten. Die Liste der Versäumnisse ist beachtlich lang. Nach zwei Monaten gibt es immer noch keinerlei Aktivitäten in Bezug auf die Forderung nach mehr Kassenplanstellen, ein fix-fertiges Kinderzentrum mit 56 Wochenstunden Versorgung im 22. Wiener Bezirk wird seit Monaten von der ÖGK verschleppt, und Labors haben nach wie vor keine Rahmenbedingungen, um Testungen mit der ÖGK abzurechnen.

Ich fordere die Verantwortlichen auf, endlich aufzuwachen und ihre Verantwortung für die Gesundheitsversorgung in Österreich wahrzunehmen.

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Auch für Arztpraxen Schritt zurück zur Normalität

Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, können Ordinationen wieder hochgefahren werden. Die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Infektionen waren erfolgreich und das erlauben es, einige Maßnahmen wieder zu lockern – auch in Arztpraxen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Ordinationen nun wieder zu einem der Situation angepassten Normalbetrieb zurückkehren. Nach den vorbildlich absolvierten Wochen der Fokussierung auf Covid-19, die dank des Einsatzes aller Ärztinnen und Ärzten höchst erfolgreich gelaufen ist, soll nun auch die gewohnte Versorgung aller Patientinnen und Patienten wieder sichergestellt werden. Auch Routine-, Kontroll-, Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen sowie Impfungen können wieder durchgeführt werden, sofern die in der Empfehlung vorgesehenen Maßnahmen erfüllt sind.

Patientinnen und Patienten sollten aber weiterhin vorher telefonischen Kontakt mit der Ordination aufnehmen und in der Ordination Masken tragen. Davon abgesehen gilt aber immer: Wir Ärztinnen und Ärzte waren vor der Krise für Sie da, wir sind während der Krise für Sie da und wir werden weiterhin für Sie da sein.

Damit die niedergelassene Gesundheitsversorgung aber auch weiterhin gesichert bleibt, ist das Hochfahren auch wichtig für das wirtschaftliche Überleben vieler Ordinationen. Die Ärztekammer hat auch dazu ein Forderungspaket an die politisch Verantwortlichen übergeben. Darin werden Ausgleichszahlungen für alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mit und ohne Kassenvertrag gefordert, und zwar in Höhe von 100 Prozent des Vorjahresumsatzes im Abrechnungszeitraum der Pandemie – abzüglich allfälliger sonstiger staatlicher Unterstützung und abzüglich der verrechenbaren Honorare.

Zentrale Voraussetzung für das Wiederhochfahren des Betriebes ist ein weiterhin achtsames Vorgehen. Neben entsprechender Schutzausrüstung und Hygienemaßnahmen sollte der Praxisalltag immer noch der Krisenzeit angepasst bleiben. Das bedeutet, das Risiko täglich kritisch zu evaluieren, Untersuchungen nach Dringlichkeit zu reihen und die direkte Kontaktzeit mit Patientinnen und Patienten so weit wie möglich einzugrenzen. Zudem soll weiter auf telefonische Voranmeldung, Patienten- und Wartezeitenmanagement geachtet werden. Dazu gibt es eine entsprechende Informationsbroschüre samt Checkliste.

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Coronavirus: Ausgleichszahlung für Ordinationen!

Die Regierung muss jetzt für die wirtschaftliche Sicherstellung der niedergelassenen Ärzteschaft sorgen. Die Ärztekammer fordert für alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mit und ohne Kassenvertrag Ausgleichszahlungen in Höhe von 100 Prozent des Vorjahresumsatzes im Abrechnungszeitraum der Pandemie – abzüglich allfälliger sonstiger staatlicher Unterstützung und abzüglich der verrechenbaren Honorare. Ein entsprechendes Forderungspaket ist an die politisch Verantwortlichen übergeben worden. Nur so können die Vorhaltekosten finanziert werden, die für die gesamte extramurale ärztliche Versorgung in Österreich aufgebracht werden müssen.

Die niedergalassenen Ärztinnen und Ärzte haben in den vergangenen Wochen ihre Arztpraxen offen gehalten und so die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auch während der Krise gesichert. Den damit verbundenen laufenden Kosten für Personal, Miete etc. standen und stehen jedoch keine Einkünfte in gewohnter Höhe gegenüber, durch diese Umsatzeinbrüch geraten viele Ärzte in wirtschaftliche Bedrängnis. Es ist zu erwarten, dass Ärzte aus wirtschaftlichen Gründen ihre Praxis zusperren, in Pension gehen, etc. Jeder nicht praktizierende niedergelassene Arzt ist jedoch ein Verlust für die Versorgung, ganz besonders in der Corona-Krise, die noch lange nicht ausgestanden ist.

Zwar hat die Betreuung auf telemedizinischer Basis zugenommen , diese kann aber nicht wie eine Behandlung in der Ordination abgerechnet werden – weder gegenüber den Krankenkassen noch auf Basis eines Privathonorars. Telemedizin ist, etwa in Wien, nur im Rahmen eines Pilotprojekts als Zusatzleistung in der Honorarordnung vorgesehen, nicht jedoch als Vollbetreuung in einer Pandemiezeit.

Die bisherigen Unterstützungstöpfe der Bundesregierung sind allesamt für die spezifische Situation der niedergelassenen Ärzteschaft vollkommen untauglich. Die Politik ist hier gefordert, entsprechende Regelungen zu treffen, um auch in den nächsten Wochen und Monaten die ärztliche Versorgung der Patientinnen und Patienten im extramuralen Bereich garantieren zu können.

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Resolution der Bundeskurie niedergelassene Ärzte: Dringendes Handeln geboten!

Die Bundesregierung und das Parlament sind dringend aufgerufen, in Zeiten der schwersten Gesundheitskrise seit Jahrzehnten die Ärzteschaft mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu unterstützen, damit diese auch weiterhin die Basisversorgung aufrechterhalten kann.

Dazu gehören folgende dringend umzusetzende Maßnahmen:

a) Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte müssen unverzüglich über Corona-positive Personen, aber auch negative Testergebnisse in ihrem regionalen Versorgungsgebiet informiert werden. Das ist unbedingt notwendig, um die Ärzteschaft, aber auch deren Patientinnen und Patienten vor Infektionen zu schützen.

b) Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte müssen schnellstens und ausreichend mit Schutzmaterial, vor allem mit geeigneten Schutzmasken versorgt werden. Derzeit werden Hausärztinnen und Hausärzte sowie Fachärztinnen und Fachärzte einem nicht verantwortbaren Risiko ausgesetzt, das z. B. in Italien bereits zum Tod vieler Kolleginnen und Kollegen geführt hat.

c) Die angedachte Risikobestimmung über die Medikation von Patientinnen und Patienten ist ärztlich nicht nachvollziehbar und führt einerseits zu einer massiven Verunsicherung der Bevölkerung, da die Sozialversicherung nicht über alle relevanten Daten verfügt. Andererseits führt dies zu einer gefährlichen Nichterfassung gewisser Bevölkerungsgruppen, die ihre Medikation in den Spitälern erhalten haben (z. B. Chemotherapien). Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte werden, solange nicht alle medizinischen Fragen im Einvernehmen mit der Bundeskurie geklärt sind, nicht in der Lage sein, solche Bestätigungen auszustellen.

d) Aus verständlichen Gründen werden für viele Unternehmen Rettungsschirme finanziert bzw. vollkommen nachvollziehbar Prämien für Berufe gefordert, die in der Krise unter erschwerten Bedingungen ihre Leistungen für die Gesellschaft erbringen. Das tun auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

e) Daher ist das „Angebot“ der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), nur einen bestimmten Teil der Honorare des Vorjahreszeitraumes anzuzahlen und in einem Jahr eventuell wieder Teile davon von den Vertragsärztinnen und -ärzten zurückzufordern, geradezu absurd, wenn man bedenkt, dass für andere im Gesundheitswesen Tätige spürbare Verbesserungen besprochen werden. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, sowohl Kassenärzte als auch Wahlärzte, haben es sich gerade wegen ihres großartigen Einsatzes zur Aufrechterhaltung der Basisversorgung nicht verdient, wirtschaftlich im Regen stehen gelassen zu werden. Vor allem aber ist es auch im Interesse der Bevölkerung dringend geboten, dass Ordinationen wirtschaftlich unterstützt werden, damit jetzt und auch in der Zeit nach der Krise die extramurale Versorgung stabil gehalten werden kann. Dafür bedarf es ausreichender Mittel zur Sicherung der ärztlichen Versorgungsinfrastruktur. Hier ist auch zu berücksichtigen, dass niedergelassene Ärztinnen und Ärzte die Spitäler massiv entlasten. Angemessene Ausgleichszahlungen müssen selbstverständlich alle Sonderversicherungsträger und Krankenfürsorgeanstalten umfassen.

Wir fordern daher:

a) Information der Ärztinnen und Ärzte über die Ergebnisse der Covid Testungen in ihrem regionalen Versorgungsbereich.

b) Ausstattung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mit ausreichend Schutzmaterial durch die öffentliche Hand.

c) Stopp der Verunsicherung der Patientinnen und Patienten über Zugehörigkeit zur Risikogruppe aus insuffizienten Datensätzen.

d) Klare Kriterien zur Definition von Risikopatientinnen und Patienten

e) Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und entsprechende Prämienzahlungen für die Ordinationsteams auch im niedergelassenen Bereich.

Nur bei rascher Umsetzung dieser Forderungen wird es weiterhin möglich sein, die extramurale Basisversorgung im erforderlichen Umfang weiterhin sicherzustellen.

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Leistungsfähiger niedergelassener Ärztebereich hat Schlüsselrolle beim Vermeiden unnötiger Spitalseinweisungen

Ein leistungsfähiger niedergelassener Ärztebereich hat gerade in Zeiten von Covid-19 eine Schlüsselrolle dabei, dass Spitäler nicht unnötig zusätzlich belastet werden. Gerade jetzt ist es besonders wichtig, dass zum Beispiel chronische Erkrankungen wie Diabetes, Asthma, Bluthochdruck oder Schmerzen – um nur einige zu nennen – in den Arztpraxen behandelt werden, bevor sie sich verschlechtern und eine Spitalseinweisung des Patienten erforderlich wird.

Erst gestern hat die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Notfallmedizin (ÖGARI) gewarnt, dass die zahlreichen schwerwiegenden Therapieverläufe und langen Aufenthalten in Intensivstationen eine schwere Herausforderung für die intensivmedizinischen Ressourcen seien. Erforderlich sei eine konsequente Entlastung der Intensivstationen, um diese für Corona-Erkrankte verfügbar zu halten.

Umso wichtiger ist es, den niedergelassenen ärztlichen Bereich sehr massiv zu unterstützen. Das bedeute zum einen eine ausreichende Ausstattung von Ärzten und ihren Teams mit Schutzmaterialien wie Gesichtsmasken, Mänteln, Handschuhen und Desinfektionsmitteln. Und zum anderen, dass sich Patienten an alle Vorgaben halten, um eine Infektion von Ärzten und Mitarbeitern zu vermeiden.

Also bei Verdacht auf eine Corona-Infektion auf keinen Fall eine Arztpraxis oder eine Spitalsambulanz aufsuchen, sondern die jeweilige Notrufnummer wählen. Vor einem Arztbesuch aus anderen Gründen telefonisch abklären, ob ein direkter Arztkontakt auch wirklich erforderlich ist. Rezepte könne telefonisch bestellt werden und werden dann online von der Arztpraxis an die Apotheke weitergeleitet werden.

Patientinnen und Patienten sollen sich bitte unbedingt auch an die Sicherheitsvorgaben der Arztpraxen halten, das schützt sie selbst, Ärzte und ihre Mitarbeiter. Und es trägt dazu bei, dass Ordinations-Teams nicht infiziert werden, dass möglichst viele Patienten im niedergelassenen Bereich betreut werden können, und Spitäler und Intensivstationen nicht unnötiger Weise zusätzlich belastet werden.

 

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