Kinderärztliche Versorgung: Wir begrüßen das Einlenken der WGKK-Obfrau

Unsere Ideen zu einer besseren pädiatrischen Versorgung in Wien sind jetzt endlich auch in der Sozialversicherung angekommen.

Die Ärztekammer begrüßt die von der Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse Mag. Ingrid Reischl getätigte Äußerung in der Kronen Zeitung, wonach sie den von der Ärztekammer forcierten Ausbau der kinderärztlichen Versorgung nun endlich umsetzen wolle. Es ist eine altbekannte Forderung der Ärztekammer, die jetzt auch die Krankenkasse nicht mehr ausblenden kann – wir brauchen mehr medizinische Versorgung für unsere jungen Patienten. Der plötzliche politische Umschwung der Krankenkasse ist also zu begrüßen.

Die von Mag. Reischl präsentierten Ideen sind nicht neu und stehen schon lange auf der Wunschliste der Wiener Ärztekammer: die Verlängerung der Öffnungszeiten der KIND-Ambulanz im AKH, die Verstärkung des Ärztefunkdienstes sowie der Aufbau weiterer kinderärztlicher Ambulanzen. Wir sind zur Umsetzung unserer Ideen jederzeit bereit und stehen für Verhandlungen zur Verfügung.

Faire Bedingungen für Kind und Kinderarzt

Das Ziel, die Öffnungszeiten an Wochenenden für junge Patienten besser zu koordinieren, ist ein von der Ärztekammer schon lange urgiertes, das bei Ausbruch der diesjährigen Grippewelle von der Ärzteschaft in Eigeninitiative gelöst werden konnte. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben hier echten Einsatz gezeigt. Mit der Wochenendinitiative der Wiener Kinderärzte, die damals ihre Ordinationen auch an Wochenenden geöffnet hielten, wurde eindrucksvoll bewiesen, dass selbst bei Versorgungsengpässen die bestmögliche Patientenbetreuung bei uns Ärztinnen und Ärzten immer im Vordergrund steht.

Helfen steckt in unserer DNA – doch es braucht auch faire Bedingungen und eine gesicherte Finanzierung.

Primärversorgung auch ohne Aushebelung des Gesamtvertrags planbar

Wir sind jederzeit bereit für weitere Pilotprojekte, solange sie gemeinsam mit uns geplant werden und nicht in Knebelverträgen enden. Wie erfolgreich so etwas – ganz ohne eigenes PHC-Gesetz – sein kann, sieht man am ersten Österreich-weiten PHC in Wien-Mariahilf. Die Ärzteschaft hat damit bewiesen, dass eine Primärversorgung auch ohne Aushebelung des Gesamtvertrags planbar ist, und nach diesem Vorbild sind wir gerne zu weiteren Projekten bereit.

Voraussetzung dafür ist jedenfalls die lückenlose Einbindung von Ärztinnen und Ärzten, weshalb es mich ein wenig verwundert, warum die WGKK-Obfrau Pläne in Zeitungsinterviews präsentiert, ohne die Betroffenen zu informieren. Ein politischer Stil, den ich hier nicht weiter kommentieren möchte.

Es wurde genügend Zeit verschenkt. Jetzt geht es um die Realisierung der Pläne, und das natürlich nur gemeinsam mit der Ärzteschaft.

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