Herr Patientenanwalt, der Ärztemangel braucht ernsthafte Lösungsansätze

Die jüngsten Vorschläge von Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger sind einmal mehr weit davon entfernt, sinnvolle Konzepte gegen den Ärztemangel zu sein. Mehr Kompetenzen für Apotheker und Pflegekräfte werden am Ärztemangel nichts ändern. Apotheker und Pflegekräfte sind nicht dafür da, Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu verordnen. Und telemedizinische Versorgung kann uns Ärztinnen und Ärzte – wenn man es richtig macht – zwar unterstützen, sollten uns aber auf keinen Fall ersetzen.

Dass Patientenanwalt Bachinger seinem Dienstgeber etwas Gutes tun will, ist verständlich, und so erklärt sich auch seine Idee, dem Land mehr Kompetenzen einzuräumen. Aber auch das Land Niederösterreich kann keine Patienten behandeln.

Bachingers Vorschlag, dass eine Standesvertretung, die unter anderem für medizinische Expertise steht, nicht die für sie relevanten Verträge mitverhandeln soll, ist schlechterdings abwegige. Patientensicherheit und bestmögliche medizinische Versorgung sind keine Verhandlungsmasse. Ärztinnen und Ärzte können nicht Bittsteller von Land oder Krankenkasse sein und zulassen, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird.

Was wir – wie schon vielfach kommuniziert und bis ins Detail vorgerechnet – vielmehr brauchen, sind attraktivere und mehr Kassenstellen, und Ärzte, die ihre Zeit nicht mit Bürokratie oder unausgereiften ELGA-Projekten vergeuden, sondern sich stattdessen ausreichend  um ihre Patienten kümmern können.

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